Russland

Das Geschichtsprojekt „Erinnern, Gedenken, Versöhnen“ existiert bereits seit 2014 und seit 2018 nimmt das JBG mit einer Gruppe an Schülern jedes Jahr daran teil. Hierbei kommen Schüler*innen von der Deutschen Schule Moskau, der Mittelschule 12 aus Rschew und dem Johannes-Brahms-Gymnasium zwei Mal im Jahr zusammen, um sich gemeinsam mit der deutsch-russischen Geschichte auseinanderzusetzen. Ganz wie der Titel es besagt, geht es darum sich an die Schrecken des 2. Weltkrieges zu erinnern, den Opfern dieses Krieges zu gedenken und über den gemeinsamen Jugendaustausch zu versöhnen. 

Im Juni fliegen hierzu unsere Schüler*innen für rund eine Woche nach Russland. In den ersten drei Tagen lernen sich alle Teilnehmer*innen an der Deutschen Schule in Moskau kennen, setzen sich inhaltlich in „Workshops“ mit dem 2. Weltkrieg und der heutigen Erinnerungskultur auseinander und erleben die Weltmetropole Moskau. 

Anschließend geht es gemeinsam nach Rschew (ca. 200km westlich von Moskau). Hier erfahren die deutschen Teilnehmer*innen wie die gleichaltrigen russischen Jugendlichen heute leben und mit der Erinnerung an den 2. Weltkrieg umgehen. In Rschew starben in der Zeit von 1942 -1943 über eine Millionen sowjetische Soldaten, sodass heute jede dort lebende Familie mit den Kriegsereignissen in Verbindung steht. Außerhalb des Ortes wird einer der wenigen deutsch-russischen Soldatenfriedhöfe besucht und an die Opfer auf beiden Seiten gedacht. Der erst  in den 1990er Jahren entstandene Friedenspark geht auf eine Initiative deutscher und russischer Kriegsveteranen zurück, um an das Leid des Krieges zu erinnern und eine Brücke der Versöhnung zu schlagen. Daher wird dort zusammen mit russischen Kriegsveteranen der Friedhof besucht und anschließend mit diesen über ihre Erlebnisse in Rschew gesprochen. Übernachten werden die deutschen TeilnehmerInnen bei den russischen Jugendlichen.

Im Dezember kommen die Jugendlichen von der DS Moskau und der Mittelschule 12 aus Rschew nach Hamburg. In der Woche vor Weihnachten erfahren sie wie ihre gleichaltrigen deutschen Freunde leben und zur Schule gehen. Auch hier steht die historische Auseinandersetzung im Mittelpunkt. So wird das Konzentrationslager Neuengamme und der Ohlsdorfer Friedhof besucht und sich inhaltlich mit dem Leben russischer Kriegsgefangener beschäftigt. 

Eine breite Unterstützung erhält das Projekt vom Volksbund für Kriegsgräberfürsorge und der Deutschen Botschaft in Moskau. Im speziellen unterstützte in der Vergangenheit vor allem der ehemalige deutsche Botschafter in Moskau Herr Rüdiger Freiherr von Fritsch den Jugendaustausch. Eine besondere Wertschätzung erhielt das Projekt vom Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin im Sommer 2016 als dieser zur Eröffnungsveranstaltung in Moskau erschien und die Notwendigkeit als auch die Bedeutung des Jugendaustausches hervorhob.

Zudem initiieren die Schüler*innen jedes Jahr Abendveranstaltungen, um auf den deutsch-russischen Jugendaustausch und die Notwendigkeit einer historischen, aber auch aktuellen Auseinandersetzung zum deutsch-russischen Verhältnis hinzuweisen. So fanden z.B. Veranstaltungen mit Alexander Rahr (Historiker & Politologe) Katja Glogger (Stern) und Hermann Krause (ARD + Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) statt.

In Kürze:

  • Schüler*innen Klasse 10 & 11
  • Reisezeit am Ende des Schuljahres 
  • Moskau & Rschew
  • Flug- & Programmkosten: ca. 300€  
  • Kooperation mit Deutscher Schule Moskau + Mittelschule 12 Rschew
  • Ziele:
    • Erinnerung an den 2. Weltkrieg
    • Auseinandersetzung mit den deutsch-russischen Beziehungen
    • Kulturaustausch
    • Vorurteile abbauen