Archiv der Kategorie: Austausche

Israelaustausch

Im Juni besuchte das JBG erneut seine Partnerschule in Yarka. Nachdem die Israelis im April von zwölf Schülerinnen und Schülern des 10. und 11. Jahrgangs empfangen worden waren, fand bereits sechs Woche später der Rückbesuch in Israel statt. Es waren ereignisreiche acht Tage! Nach spektakulärer Anreise erreichte die Gruppe nachts die Unterkunft in Jerusalem. Am Morgen ging es dann gleich in die Altstadt mit Besuch der Grabeskirche, des Tempelberges und der Klagemauer.  Alle drei Weltreligionen an einem Vormittag, ein einmaliges und umwerfendes Erlebnis ?! Dazu der Geruch des Basars, Bauwerke aus unterschiedlichsten Epochen, orthodoxe Juden, Muslime, christliche Pilger und Touristen – faszinierend. Am zweiten Tag folgte der Besuch von Yad Vashem, der zentralen Gedenkstätte für die ermordeten Juden im Zweiten Weltkrieg. Die neue Ausstellung hat alle tief bewegt. Am Nachmittag ging es weiter von Jerusalem nach Yarka in den Norden Israels, endlich das Wiedersehen mit den Gastschülern und das Treffen der Familien – für alle sehr aufregend. Drusische Küche (inklusive Magenproblemen), arabisch sprechende Eltern, Gastfreundschaft, viele Geschwister, Besuche bei Cousins und Kusinen, Onkeln… wenig Schlaf, eine turbulente und erlebnisreiche Zeit!  Dazu trug auch das abwechslungsreiche Programm bei, das Mr Munir (der israelische Austauschlehrer) zusammengestellt hatte. Jeder einzelne Tag bot unterschiedlichste Landschaften und Themen: Besuch von Nazareth und den heiligen Stätten am See Genezareth, Ausflug in die Golanhöhen (mit Kirschen pflücken), Wanderungen durch Gebirge und Wadis, Besuch der Festung Massada und das obligatorische Bad im Toten Meer.
Insgesamt ein unvergessliches Erlebnis mit tollen Begegnungen, neuen Freundschaften und vielen Erkenntnissen und Eindrücken von einem faszinierenden Land!

Martin Bitterberg 

Russlandaustausch – Erinnern, Gedenken, Versöhnen

Im Rahmen des Projektes “Erinnern, Gedenken, Versöhnen” war es sechs Schülerinnen und fünf Schülern aus den Stufen 10 und 11 möglich vom 16.06. bis zum 23.06.2019 mit Frau Popow und Herrn Kieschnick nach Russland zu fliegen. Im folgenden Text wird unser gelungener Aufenthalt beschrieben. 

Als wir uns am Sonntag Nachmittag am Flughafen trafen gab es zwei Dinge, die bei fast allen gleich waren; Einerseits waren alle aufgeregt und glücklich, da es jetzt endlich soweit war. Andererseits hatten viele auch Angst  oder Panik… Sei es aufgrund von Heimweh, Flugangst, dem Kennenlernen mit den Gastfamilien oder Angst vor der Verständigung in Russland. Nach zahlreichen Umarmungen und Fotos, verabschiedeten wir uns von unseren Eltern und machten uns auf den Weg Richtung Flugzeug. In Moskau verbrachten wir die erste Nacht in der Deutschen Schule und wurden am nächsten Tag von unseren Austauschschülern begrüßt. Sie zeigten uns die Schule und das Umfeld und wir lernten uns langsam kennen.

Eine Sache, die sehr positiv war, war dass wir relativ viel Freizeit hatten, um Moskau und Rzhev allein zu erkunden… Die meisten nutzten diese Zeit zum Sightseeing zu betreiben und zu Shoppen. Jedoch versuchten wir auch in unserer Freizeit die anderen Austauschteilnehmer besser kennen zu lernen. So trafen wir uns einmal alle im Gorki-Park und letztendlich waren wir dann eine Gruppe von knapp 30 Personen, die durch Moskau lief. Trotz der großzügigen Freizeit hatten wir natürlich auch ein volles Programm.

Dazu gehörten diverse Besuche in den unterschiedlichsten Bereichen: In der Deutschen Botschaft hatten wir ein Gespräch mit dem politischen Leiter der Botschaft. Überraschenderweise war es sogar 3 Schülern und 3 Lehrern (ein/-e Schüler/-in und ein/-e Lehrer/-in von jeder Schule) möglich das Außenministerium der Russischen Föderation zu besuchen. Sowohl im Außenministerium, als auch in der Botschaft hatten wir die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die sich meistens um die Deutsch-Russischen Beziehungen drehten. Dazu kam, dass wir im Russischen Außenministerium noch eine tolle Führung bekamen. Während die sechs Personen im Außenministerium waren, teilte sich der Rest in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe bekam eine Führung durch die Tretjakow Galerie und die andere Gruppe besuchte und erkundete den Siegespark.

Zusätzlich gab es zum Anlass unseres Projektes eine Podiumsdiskussion zum Thema Deutsch-Russische Erinnerungskulturen. Außerdem wurde unser Projekt dort vorgestellt und uns wurden Fragen, über z.B. unsere Motivation für eine Bewerbung an dem Projekt, gestellt.

Natürlich konnten wir einen Besuch am Roten Platz und am Kreml nicht auslassen, weshalb wir die Gelegenheit nutzten,um Ballettstücke im Kreml anzuschauen. Daraufhin gingen die meisten noch zu McDonalds oder KFC, was wir uns auch nach den Stunden im Ballett verdient hatten. Trotzdessen, dass die Stücke zusammen fast vier Stunden lang waren, war der Abend sehr gelungen und spaßig.

Nach einer unterhaltsamen Fahrt von Moskau nach Rzhev, in der sogar ein Grashüpfer freigelassen wurde, welcher den halben Bus in Panik versetzte, fuhren wir zu einer Ausgrabungsstätte, welche etwas außerhalb von Rzhev war. Dort wurde eine Soldatensuche betrieben und Exhumierungen fanden statt. Wir durften uns alles Anschauen und sahen obendrein noch menschliche Knochen von gefallenen Soldaten aus dem 2. Weltkrieg, welche erst kürzlich gefunden wurden. Rzhev wurde während des Krieges von der Deutschen Wehrmacht eingenommen und von 56.000 Einwohnern überlebten nur 150 die Besetzung. 

Dazu kommt, dass wir in Rzhev zwei kleinere Museen besuchten, die anders als viele Deutsche Museen wirklich fesselnd und mitreißend waren und wir besuchten den Friedenspark und legten symbolisch Blumen nieder. In einer Gedenkminute gedachten wir den Opfern des 2. Weltkrieges und uns wurde bewusst wie wichtig heute der Einsatz für den Frieden ist.   

Den letzten Abend in Rzhev ließen wir mit einem Picknick an der Wolga ausklingen, wobei wir dutzenden Bremsen- und Mückenstichen ausgeliefert waren.

Ein paar Sachen, die uns allen auffielen, waren z.B. der Größenunterschied zwischen Moskau und Rzhev, aber auch zwischen Moskau und Hamburg und wie günstig Öffentliche Verkehrsmittel in Russland sind. Eine Taxifahrt von 10 Minuten kostete ca. 200 Rubel (umgerechnet ca. 2,75€).

Als wir dann wieder nach Moskau fuhren, kamen wir gerade an der DSM an, als dort das Sommerfest war und der Deutsche Botschafter verabschiedet wurde.

An dem Tag konnten wir noch machen, auf was wir Lust hatten. Ein kleiner Teil entschied sich noch mal in die Stadt zu fahren, andere trafen sich oder blieben auf dem Sommerfest. Insgesamt waren wir sehr zerstückelt unterwegs, bis wir uns abends auf dem Sommerfest am Lagerfeuer wiedertrafen und verabschiedeten. 

Hingegen unserer anfänglichen Ängste wurden wir ganz herzlich und liebevoll von unseren Gastfamilien empfangen, was es umso schwieriger und unschöner machte, diese auch wieder zu verlassen.

Der letzte Morgen begann in aller Frühe. Alle machten sich fertig, packten ihre Koffer, aßen etwas und dann ging es mit einer sehr müden Gruppe zum Flughafen.Gelandet in Hamburg wurden wir dann sehnsüchtig von unseren Freunden und Familien in Empfang genommen und der erste Teil des Austausches war beendet. Mit deutlicher Sicherheit kann ich sagen, dass der erste Teil des Austausches ein voller Erfolg war. Denn eines unserer Ziele war grenzübergreifende Freundschaften zu knüpfen. Dieses Ziel wurde auf jeden Fall erreicht, da wir uns sogar so gut verstehen, dass einige sich in den Sommerferien wieder sahen.

Ich möchte mich einmal stellvertretend im Namen aller Teilnehmer bei Frau Popow und Herrn Kieschnick dafür bedanken, dass Sie uns die Reise ermöglicht haben und sie mit uns durchgehalten haben! 🙂 🙂 🙂

Chelsea Boniface

Erinnern, Gedenken, Versöhnen

Im Rahmen des Projektes „Erinnern, Gedenken, Versöhnen“ stellten die Teilnehmer des letzten Russlandaustausches ihre Erlebnisse in und mit Russland vor. Vor einer Vielzahl an interessierten Gästen berichteten die Schüler über die Sehenswürdigkeiten und das Leben in der Weltmetropole Moskau, die russische Gastfreundschaft in der Kleinstadt Rschew und ihre Begegnungen im Austausch mit den russischen Teilnehmern. Dabei wurde auch Bezug auf das eigentliche Geschichtsprojekt, nämlich die Auseinandersetzung mit dem 2. Weltkrieg und die Frage nach dem gemeinsamen Erinnern und Gedenken genommen.

An die Präsentation anschließend folgte ein Podiumsgespräch mit der Russlandexpertin Katja Gloger, indem das aktuelle deutsch-russische Verhältnis thematisiert wurde. Sachlich, fundiert und verständlich zeichnete Gloger ein ausgewogenes Russlandbild, indem deutlich wurde, dass Russland eben nicht nur Putin sei, sondern noch viel mehr zu bieten hätte. Trotz aktuellen Spannungen zwischen dem westlichen Europa und Russland sei der Dialog und die Begegnung, so wie die Schüler diesen wahrgenommen haben, der Schlüssel für ein friedliches Miteinander. Dabei sollten wir uns wieder mehr gegenseitig zuhören und Verständnis für einander aufbringen.

In diesem Sinne laufen bereits jetzt schon die Vorbereitungen für den nächsten Austausch im Sommer 2019.

Robert Kieschnick

 

Erinnern, Gedenken, Versöhnen – Moskau – Rschew – Hamburg

Ende Juni flogen 11 SchülerInnen und Schüler des JBG nach Moskau, um zusammen mit Schülern der Deutschen Schule Moskau und der Mittelschule 12 aus Rschew an einem deutsch-russischen Geschichtsprojekt teilzunehmen. Gemeinsam setzten sich die Jugendlichen eine Woche lang mit den Geschehnissen des 2. Weltkrieges auseinander. Ihre Erlebnisse und Erfahrungen werden die SchülernInnen in einer Abendveranstaltung im Oktober präsentieren (Termin folgt).

Einen Reisebericht und eine Auswahl an Fotos gibt es hier schon einmal vorab.

Erinnern, Gedenken, Versöhnen – Moskau – Rschew – Hamburg
Wie lange fliegt man von Hamburg nach Moskau?
Diese Frage stellte Herr Kieschnick in seiner Präsentation über einen Austausch, ein neuer Austausch nach Russland und nicht nur ein „normaler“ Austausch, sondern ein Geschichtsaustausch mit einem besonderen Fokus auf den 2. Weltkrieg und die daraus folgende unterschiedliche Erinnerungskultur in beiden Ländern.
Man fliegt tatsächlich von Hamburg nach Moskau genauso lange wie von Hamburg nach Madrid. Uns wurde schnell bewusst: Russland ist in unseren Köpfen viel weiter von Europa entfernt als es geographisch tatsächlich ist. Mit ein paar Vorbereitungen, wie beispielsweise einem Plattdeutsch-Workshop und einem Film über unsere Schule, machten wir uns kurz vor den Sommerferien mit Herrn Kieschnick und Frau Popow, geborene Moskauerin, auf den Weg nach Russland.
Die erste Nacht verbrachten wir in der Deutschen Schule Moskau(DSM), wo wir am Morgen die Moskauer Schülerschaft kennenlernten. Vier Tage blieben wir in Moskau und besichtigten die Hauptstadt: Roter Platz, Moskau City, Siegespark mit einem Museumsbesuch und in einer Abendveranstaltung den Kreml. Wir durften ebenso in die Deutsche Botschaft und dort mit dem Leiter der politischen Abteilung über das deutsch-russische Verhältnis sprechen und diskutieren. Aber das Highlight unseres Moskau-Aufenthalts war nicht wie erwartet, das Deutschland – Korea Spiel, sondern unser Besuch in der Duma. Die Duma ist quasi der russische Bundestag. Dort wurden wir durch die verschiedenen Räume der verschiedenen Parteien der Duma geführt und uns gleichzeitig das politische System Russlands erklärt. Am Freitag fuhren wir schließlich zusammen mit den Moskauern nach Rschew.
Rschew liegt ungefähr zweihundert Kilometer westlich von Moskau und ist vor allem von historischer Bedeutung. Vom Winter 1941 bis März 1943 war Rzhew von der Wehrmacht des damaligen Nazi-Deutschland besetzt. Von 56.000 Einwohnern überlebten nur 150 die Besetzung. In zwei gefundenen Massengräbern vermutet man circa 70.000 verscharrte Menschen.
In Rschew machten wir zu allererst eine Stadtführung. Es gibt ein Denkmal für die sowjetischen Gefallenen und im kleinen Stadtpark Denkmäler für die führenden Generäle der Roten Armee. Die erste Nacht in Rschew verbrachten wir in einem nostalgischen Hotel, danach schliefen wir bei unseren Rschewer Freunden. In den nächsten Tagen beschäftigten wir uns viel mit unserem Projektgedanken „Erinnern, Gedenken, Versöhnen“. Wir besuchten den „Friedenspark“, einen deutsch-russischen Friedhof für all die Gefallenen der Schlacht von Rschew, außerdem ein kleines Museum der „Deutschen Kriegsgräberfürsorge“. Wir durften mit einem russischen Veteranen sprechen und diskutierten mit den russischen und deutsch-russischen Jugendlichen über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der deutschen sowie russischen Erinnerungskultur. Am Montag fuhren wir alle gemeinsam wieder zurück nach Moskau. Nach einer spannenden Podiumsdiskussion über Politik und Fußball wurde die Sporthalle der DSM zum Bettenlager und wir verbrachten unsere letzte Nacht in Russland.
Der Austausch war eindrucksvoll und ganz anders, als wir uns unseren Aufenthalt vorgestellt hatten. Der Unterschied zwischen Moskau als Hauptstadt und Rschew als provinzielle Kleinstadt war enorm. Während Moskau eine Stadt der Gegensätze ist, auf der einen Seite hochmodern, auf der anderen Seite eine Metro aus UdSSR-Zeiten, steht in Rschew auf dem Stadtplatz eine große Lenin-Statur. Aber vor allem faszinierten uns die Menschen. Die Gastfamilien waren unglaublich gastfreundlich und man fühlte sich, obwohl wir nur so kurz dort waren, gleich zuhause. Und wenn man auf das unausweichliche Thema Politik und Putin stoß, kamen andere Antworten als wir vermutet hätten. Russland ist nicht Wladimir Putin und nicht jeder Russe ist von dieser Politik überzeugt, aber es gibt auch keine großen Alternativen. Auch die klare Trennung zwischen Nazi-Deutschland von damals, über das die Russen gewannen, und das heutige Deutschland haben uns fasziniert. Diese Trennung, stellten wir fest, ist nicht mal in Deutschland fest verankert.
Insgesamt kamen wir ein bisschen wehmütig, aber mit vielen neuen Erfahrungen zurück. An dieser Stelle auch nochmal ein großes Dankeschön an Herrn Kieschnick und Frau Popow, aber auch an die russischen Lehrerinnen aus Rschew und Herrn Karrasch und Frau Schädlich von der DSM sowie Andre Reichel als Projektbetreuer. Vor allem aber danken wir den deutsch-russischen und russischen Schülern und ihren Familien, die uns so freundlich aufgenommen und uns den Austausch unvergesslich gemacht haben.
Kira Neumann (Klasse 12)
Weitere Beiträge zu dem Projekt:

Israelis am JBG

Besuch der Austauschschüler aus Yarka  in Hamburg

Nachdem sie im Oktober elf wunderbare Tage im Norden Israels verbracht und die drusische Gastfreundschaft schätzen gelernt hatten, freuten sich die dreizehn Teilnehmer des Israelaustausches  sehr auf den Rückbesuch der Israelis in Hamburg.  Jetzt konnten sie zeigen, dass auch Hamburg eine tolle Stadt ist, die einiges zu bieten hat, und in der das Wort Gastfreundschaft großgeschrieben wird. Ein Unterfangen, das gelang! Israelis am JBG weiterlesen